Hinweise zur Präanalytik

Mit »Präanalytik« werden alle Prozesse bezeichnet, die vor der Laboranalyse ablaufen und die vom Labor nur zu einem kleinen Teil beeinflusst werden können. Bitte erkundigen Sie sich in Zweifelsfällen rechtzeitig in Ihrem Labor, ob für bestimmte Untersuchungen spezielle Abnahmebedingungen (z.B. spezielle Entnahmegefäße) eingehalten werden müssen.


Kennzeichnung der Probengefäße

Für eine eindeutige Kennzeichnung der Proben werden von uns Barcodes bereitgestellt, die sowohl im Facharztbereich als auch für die Laborgemeinschaft verwendet werden sollen. Bitte beim Bekleben der Röhrchen darauf achten, dass der Inhalt des Röhrchens noch sichtbar ist. Dies ist zur Kontrolle des Füllstandes und zur Erkennung von Blutgerinnseln nötig.

Vorbereitung des Patienten

Idealerweise sollte die Blutentnahme zwischen 7 und 9 Uhr morgens erfolgen. Der Proband sollte seit 12 h vor der Blutentnahme nüchtern sein. Für Lipidbestimmungen muss zudem eine 24-stündige Alhoholkarenz eingehalten werden. Medikamente möglichst erst nach der Blutentnahme einnehmen (Ausnahme: Bestimmung eines Arzmeimittel-Spitzenspiegels). Blutbestandteile, die typische Tagesschwankungen aufweisen (Hb, Hk, Eisen, Phosphor, Cortisol) sollten möglichst immer zur gleichen Zeit kontrolliert werden.

Blutentnahme

Vor der Blutentnahme den Patienten mindestens 10 Minuten liegen oder zumindest sitzen lassen. Keine Entnahme aus liegenden venösen oder arteriellen Zugängen. Blutentnahme am Arm: Faust nicht ballen bzw. öffnen und schließen (»Pumpen«), nicht klopfen. Bei Blutentnahmen zur Bestimmung des Blutalkohol keine alkoholischen Desinfektionsmittel verwenden. Blutentnahme nicht mit zu feinen Kanülen; beim Erwachsenen möglichst nicht enger als Nr. 12. Bei zu feinen Kanülen und bei zu starkem Ziehen am Stempel kann Hämolyse auftreten. Vor dem Einstechen der Kanüle maximal 30 s stauen (zu lange Stauung kann bei Proteinen, Enzymen, Lipiden, Zellzahlen usw. zu falsch hohen Werten führen). Nach erfolgreicher Punktion die Stauung lösen.
Die Röhrchen sind bis zur vorgesehenen Markierung zu füllen. Die Füllhöhe ist insbesondere bei Citrat-Blut strikt einzuhalten, um das korrekte Mischungsverhältnis Blut/Antikoagulans zu gewährleisten.
Entnahmereihenfolge bei der Venenblutentnahme

  • Blutkulturen
  • Vollblut zur Serumgewinnung
  • Citratblut (immer bis zur Markierung befüllen!)
  • Blutsenkung
  • EDTA- / Heparin-Blut
  • Fluoridblut

Urindiagnostik

Wichtig: Grüne Monovette (»Urin-Stabilisator«) aus­schließlich für bakteriologische Untersuchungen einsetzen. Klinisch chemische und mikroskopische Untersuchungen sind aus diesem Probengefäß nicht zuverlässig möglich. Für Urinproteindiagnostik empfehlen wir die Einsendung von 24h-Sammelurin (nicht angesäuert; siehe unten) oder alternativ die Einsendung von 2. Morgenurin.

24-Stunden-Sammelurin

Morgens Blase in die Toilette entleeren und Uhrzeit notieren. Jeden weiteren Urin im Verlauf des Tages und der folgenden Nacht in das Sammelgefäß geben. Ist ein Behälter mit Zusatz vorhanden, diesen vorsichtig vor der ersten Portion in den Sammelbehälter geben. Urin zugeben und Inhalt mischen (Sammelbehälter schließen und schwenken). Alternativ: Inhalt des Transportbehälters unmittelbar nach der ersten Urinportion zugeben und mischen. Am nächsten Morgen zur gleichen wie am Vortag notierten Zeit die letzte Urinportion zugeben. Urin ggf. noch einmal gut durchmischen (Sammelbehälter schließen und schwenken).
Urinsammelbehälter gut verschlossen in die Arztpraxis bringen, wo die Urinmenge an der Skala abgelesen und das Volumen ins Schriftfeld der Sammelfl asche bzw. des kleineren Transportbehälters eingetragen wird. Das Ablesen der Urinmenge und das Abfüllen in das Transportgefäß darf natürlich auch vom Patienten vollzogen werden.
Ein gut zur Hälfte mit Sammelurin gefüllter Transportbehälter reicht dem Labor zur Analyse aus. Kühl und lichtgeschützt lagern!

Mittelstrahlurin

  • Morgenurin verwenden.
  • Harnröhrenmündung und Hände vor der Uringewinnung waschen.
  • Beschriftete Urinbehälter verwenden.
  • Erste Urinportion verwerfen, MITTLERE sammeln, Rest verwerfen.

Für bakteriologische Diagnostik in der Praxis Urin in grüne Urinmonovette (»Urin-Stabilisator«) aufziehen. Für selbstdurchgeführte Sedimentanalysen Urin ca. 5 min. bei 500 g (Hettich EBA 20: 2300 rpm) in Spitzbodenröhrchen zentrifugieren.
Für weitere klinisch-chemische Untersuchungen Urin in gelbe Urinmonovette aufziehen.

Mutterschaftsvorsorge

  • Für Blutgruppen und Antikörpersuchtest: EDTA-Röhrchen
  • bei positivem Antikörpersuchtest zusätzlich mindestens ein volles 10 ml Vollblutröhrchen

für weitere Untersuchungen (z.B. HIV, Röteln, TPHA, HbsAg) zusätzlich ein Serum-Röhrchen.

Donnerstag, 09.09.2010 - 20:14
 
 
Letzte Aktualisierung: 01.09.2010, 08:59 Uhr – Impressum